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Epoxidharz Couchtisch selber machen in 10 Schritten

 

Wolltest du schon immer mal einen Couchtisch bzw. einen Coffeetable aus Holz und Epoxidharz selber herstellen? Dann bist du hier genau richtig. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du einen Kaffeetisch aus Epoxidharz selber herstellen kannst.

 

 

Notwendige Vorkenntnisse

Wir empfehlen dir, bereits erste Erfahrungen mit Epoxidharz zu sammeln bevor du dich an dieses Projekt wagst. Epoxidharz ist in der Anschaffung teuer und auch schönes Holz, insbesondere Maserholz hat seinen Preis. Erste Erfahrungen mit Gießharz helfen dir dabei, dass dein erster Tisch ein Erfolg wird. Insbesondere das Verarbeiten von grösseren Mengen Epoxidharz ist nochmals anspruchsvoller als kleinere Projekte wie Giessformen.

Ebenfalls sinnvoll sind Kenntnisse in der Holzbearbeitung – du solltest bereits einmal eine Schleifmaschine sowie eine Säge in der Hand gehabt haben. Die Herstellung eines Epoxy Couchtisches ist kein Anfänger-Projekt.

 

 

Die Wahl des richtigen Holzes für deinen Epoxy Couchtisch

Neben dem Epoxidharz benötigst du schönes Holz für deinen Resin Coffeetable. In diesem Fall handelt es sich um Pappel Maser Bohlen, welche ein sehr schöne Maserung aufweisen. Grundsätzlich kannst du jede Holzart verwenden, jedoch sollte dieses getrocknet sein (Holzfeuchte zwischen 7 bis 10%). Ansonsten wird es noch weiter arbeiten und schwinden, was später zu Problemen führen kann.

Überlege dir im Vorfeld, wie dein Couchtisch aussehen soll – mit Naturrandkante im Stile eines River Table, oder mit gerade gesägten Kanten symetrisch? Auch empfiehlt es sich, jetzt die Farbgebung festzulegen – du möchtest ja, dass dein eingefärbtes Epoxidharz farblich zum gewählten Holz passt. Mit helleren Hölzern bist du tendenziell flexibler. Bei dunklem Nussbaumholz in Verbindung mit rotem Epoxidharz wird es da schon etwas schwierig.

Pappelholz ist ein relativ helles Holz, das gewählte blaugrün passt deshalb sehr gut.

 

 

Schritt 1: Holzbohlen einzeichnen und abmessen

Lege zuerst die Holzbohlen in verschiedenen Kombinationen nebeneinander, damit du die optimale Variante herausfindest. Dies benötigt etwas Fantasie, hier wird aber die Basis für das zukünftige Erscheinungsbild gelegt, dementsprechend wichtig ist dieser Schritt.

Entweder verwendest du dazu eine Schablone oder einen Zollstock, um den passenden Zuschnitt zu finden. Dabei müssen die Bohlen nicht zwingend parallel nebeneinander liegen, sondern das Epoxidharz kann auch mehr diagonal fliessen.

Wenn du mit der Form zufrieden bist, zeichne mit einer Richtlasse im rechten Winkel ganz genau auf den Holzbohlen ein, wo du entlangsägen musst. Plane hierfür etwas Reserve ein – 2 cm in der Breite und 4 cm in der Länge sind ein gutes Richtmass.

 

 

Schritt 2: Zuschneiden der Bohlen

Die Bohlen werden mit Hilfe einer Kreissäge so zugeschnitten, dass sie später in die Gussform passen.

 

 

Schritt 3: Abrichten und Säubern

Holzbohlen sind durch den Trocknungsprozess meist verzogen und haben Spannungsrisse. Deshab werden sie abgerichtet sodas die Bohlen überall gleich dick sind und plan in der Gussform aufliegen. 

Die Naturkante wird mit einer Drahtbürste von noch allfällig vorhandener Rinde und Schmutz befreit. Dies stellt sich, dass sich das Epoxidharz sich gut mit dem Holz verbindet und keine Losen Teile in das Kunstharz gelangt, solange es noch flüssig ist.

 

 

Schritt 4: Bau der Gussform

Die Gussform besteht aus einer Grundplatte und Leisten für die Seitenteile der «Wanne». Für den Formbau kannst du Siebdruckplatten verwenden, wegen der glatten wasserfest beschichteten Oberfläche eignet sich der Werkstoff dafür sehr gut. Die einzelnen Formteile werden zuerst mit Trennwachs eingerieben und dann miteinander verschraubt.

Zusätzlich wird die Gussform mit Fischer Montagekleber abgedichtet um sicherzustellen, damit später kein Epoxidharz auslaufen kann.

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Die vorbereiteten Holzbohlen werden in die Form eingelegt und ausgerichtet. Damit die Holzbohlen später nicht aufschwimmen oder sich verschieben, werden sie mit mit Balken und mit Leimzwingen fixiert.

 

 

Schritt 5 : Vorbereitungen für den Guss

Nun wird die Form und das Holz ein letztes mal vor dem Guss sauber abgesaugt und von Staub und losen Teilen befreit. Anschliessend kannst du die benötigte Menge Epoxidharz berechnen und mischen. Hier hilft dir unser Resin Rechner:

Die zwei Komponenten werden im richtigen Verhältnis abgewogen und gründlich miteinander vermischt, umgetopft und nochmals gründlich umgerührt. Um das Kunstharz einzufärben, kannst du verschiedene Arten von Farbstoffen verwenden. Beim Resin Mischen entstehe kleine Bläschen im Gemisch, diese schwimmen nach dem Guss größtenteils selbständig auf und können 30 Minuten nach dem Verguss mit einem Heißluftföhn zum platzen gebracht werden.

Vergiss nicht, deinen Arbeitsplatz und Boden gut vor eventuell auslaufendem Harz zu schützen!

 

 

Schritt 6: Gießen der Tischplatte

Das Harz lässt du nun gemäss Angaben des Hersteller aushärten. Dies kann bei Gießharz gerne mal 7 Tage dauern, bevor du die Rohbauplatte weiter bearbeiten kannst.

 

 

Schritt 7: Ausformen, Fräsen und Zuschneiden

Sobald die Rohbauplatte vollständig ausgehärtet ist, wird sie aus der Form gelöst. Nachdem du die Schrauben alle gelöst hast, nimm am besten einen Gummihammer zu Hilfe um die Ränder der Gussform von der Tischplatte zu lösen. Anschliessend wird alles plan gefräst.

Jetzt kann die Tischplatte mit einer Handkreisäge auf das endgültige Maß zugesägt und gehobelt werden. Astlöcher und Risse im Holz können jetzt noch einmal gefüllt werden bevor es an den Schliff geht. Die Tischkanten werden schlussendlich noch mit einer Oberfräse abgerundet.

Trage immer auch eine Atemschutzmaske beim Bearbeiten von ausgehärtetem Epoxidharz – sei es beim sägen oder schleifen.

 

 

Schritt 8: Die Tischplatte schleifen und Politur auftragen

Für das Schleifen kannst du einen Exzenterschleifer verwenden. Der Schliff erfolgt mit den Körnungen 80, 100, 120, 150, 180, 240. Achte darauf, dass alle Schleifspuren der vorhergehenden Körnung beseitigt sind, bevor du zum nächstfeineren Schleifpapier wechselt.

Dann wird die Platte mit Dünnschichtharz versiegelt und dann mittels Schliff in den Körnungen 360, 600, 1000, 2000, 3000 für die Politur vorbereitet. Beim Schleifen und Polieren ist es wichtig gründlich zu arbeiten, jeder Schleifgang bis zur Politur wird mindestens fünf mal durchgeführt und immer wieder der Schleifstaub entfernt. Mehr dazu findest du in unserem Blogpost Epoxidharz schleifen.

 

 

Schritt 9: Polieren der Tischplatte

Beim Polieren ist darauf zu achten die Rotationsgeschwindigkeit nicht zu hoch einzustellen, da das Harz ansonsten warm wird und unschöne Flecken entstehen können. Mehr Tipps findest du in unserem Beitrag Epoxidharz polieren.

 

 

Schritt 10: Montage der Tischbeine

Nun werden die Füße mit Einschraub Gewindemuffen und Schrauben an der Tischplatte fixiert. Zu diesem Thema haben wir einen hilfreichen Artikel: Epoxidharz bohren. Dabei sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt eine Vielzahl an schönen Tischbeinen und Systemen, aus denen du auswählen kannst.

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Sicherheitshinweise

Bei der Arbeit mit flüssigem Epoxidharz sind besondere Vorsichtsmassnahmen geboten. Trage stehts Nitrilhandschuhe, Schutzbrille und eine hochwertigen Atemschutzmaske mit Filtern. Sowohl der Kontakt mit der Haut, als auch das Einatmen der Dämpfe sollten unbedingt vermieden werden. Auch das Einatmen von ausgehärtetem Epoxidharz Schleifstaub sollte unbedingt vermieden werden.

 

Wir wünschen dir für dieses Projekt gutes Gelingen!

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