Die richtige Vorgehensweise beim Mischen von Resin entscheidet über Erfolg oder Misserfolg bei der Verarbeitung des Harzes. Damit du ein optimales Ergebnis erhältst, haben wir in diesem Beitrag die 12 besten Tipps zum Thema Epoxidharz mischen für dich zusammengestellt.

 

 

 

 

Tipp #1: Das richtige Mischungsverhältnis

Zunächst einmal solltest du beim Mischen von Epoxidharz beachten, dass das Harz je nach Hersteller verschiedene Mischungsverhältnisse aufweisen kann. Neben den gebräuchlichen Angaben Harz und Härter im Verhältnis 1 : 1 oder auch 2 : 1 finden sich in den Herstellerangaben manchmal auch deutlich kompliziertere Varianten wie z.B. 100 : 45.

Aus diesem Grund solltest du dir, bevor du mit dem Mischen beginnst, die Angaben des Herstellers auf der Verpackung genau durchlesen. Hältst du dich nicht an diese Angaben kann es passieren, dass das Harz sich nicht wie gewünscht verarbeiten lässt oder letztendlich nicht aushärtet. Eine Hilfestellung für die Ermittlung des optimalen Mischungsverhältnisses findest du mit unserem Epoxidharz-Rechner.

 

 

Tipp #2: Mischen nach Volumen statt nach Gewicht

Je nach Hersteller ist es möglich, dass sich das Harz und der Härter bezüglich ihrer Dichte unterscheiden. Dies hat zur Folge, dass sie nicht automatisch immer dasselbe Gewicht haben. Werden die beiden Komponenten nun mittels einer Waage nach Gewicht abgemessen und im Verhältnis 1:1 gemischt, dann kann es vorkommen, dass das Mischungsverhältnis falsch ist, weil sie unterschiedlich schwer sind. Dieses Problem wird immer größer, je mehr Volumen du dabei anmischt.

Tipp: Verwende Mischen der Komponenten einen Messbecher, mit dem du das Harz und den Härter nach Volumen abmessen kannst. In diesem Fall ist die Dichte des entsprechenden Materials unerheblich.

Die Skala des verwendeten Messbechers sollte möglichst kleinschrittig sein, um ein genaues Abmessen zu ermöglichen. Gib zuerst das Harz in den Messbecher und warte einen kurzen Augenblick. So kann sich die Oberfläche des Materials angleichen. Anschließend kannst du die exakt gleiche Menge Härter hinzufügen.

 

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Tipp #3: Umgebungstemperatur beachten

Gießharz ist ein sehr wärmeempfindlicher Werkstoff. Daher solltest du beim Mischen des Harzes auch die Umgebungstemperatur im Auge behalten.

  • Bei Umgebungstemperaturen unter 20° C. härtet das Harz deutlich langsamer aus. Außerdem kann sich dabei eine wachsartige Schicht, die sogenannte Aminröte, auf der Oberfläche bilden. Diese muss anschließend erst entfernt werden, bevor das Epoxidharz weiterverarbeitet werden kann. Und dieses Entfernen kann sich äußerst mühsam gestalten. Sinken die Temperaturen deutlich unter 20° C. ist es auch möglich, dass das Harz beginnt zu kristallisieren.
  • Bei Umgebungstemperaturen über 20 ° C. steigt die Reaktionszeit des Harzes deutlich an. Und das gilt nicht nur für die Zeit des Aushärtens, sondern auch für die Zeit, in der der Werkstoff weiterverarbeitet werden soll. Bei sehr hohen Temperaturen empfiehlt es sich also, sich für ein Produkt mit längerer Verarbeitungszeit zu entscheiden.

Verwendest du Epoxidharz im Außenbereich solltest du bedenken, dass sich auch hier die Aushärtungszeit deutlich verlängern kann, wenn die Temperaturen in der Nacht sinken. Zudem kann der durch die Temperaturunterschiede entstehende Tau die Qualität der Oberfläche des Materials negativ beeinflussen.

 

 

Tipp #4: Rolle der Luftfeuchtigkeit bei der Verarbeitung

Ebenso sensibel wie das Harz auf die Temperaturen reagiert der Härter auf Kontakt mit der Luft. Bei einer Luftfeuchtigkeit über 65 % solltest du die Flasche mit dem Härter deshalb geschlossen lassen. Verbrauchst du das Material nicht umgehend, leidet ansonsten die Qualität.

Dieser Effekt tritt auch ein, wenn die Flasche immer wieder geöffnet und geschlossen wird, da hierbei jedes Mal Sauerstoff hineingelangt und mit dem Härter reagiert. Aus demselben Grund sollten die beiden Komponenten Harz und Härter auch nur mit absolut sauberem Werkzeug entnommen werden. Nur so kann eine Reaktion innerhalb des Gebindes verhindert werden.

Tipp: Da es bei einer Luftfeuchtigkeit über 70 % zu unerwünschten Nebeneffekten kommen kann, sollte in diesem Fall auf die Verarbeitung von Epoxidharz verzichtet werden.

Soll die Verarbeitung auf einem Untergrund erfolgen, die eine Feuchtigkeit von mehr als 6 % aufweist (z.B. Betonboden), dann sollte dieser Untergrund vorab grundiert werden.

Damit Epoxidharz optimal verarbeitet werden kann sollte es vorab ca. 12 Stunden bei einer Umgebungstemperatur von 20 bis maximal 25 ° C. gelagert werden. Ist diese lange Lagerungsdauer nicht möglich, kann das Material auch mittels eines Wasserbades auf die richtige Temperatur gebracht werden. Dieser Schritt ist für ein zufriedenstellendes Ergebnis äußerst wichtig, da sich bei der Verarbeitung von zu kaltem Gießharz unschöne milchige Schlieren oder Blasen bilden können. Diese lassen sich später nur sehr schwer entfernen.

Die Fließeigenschaften werden durch das Erwärmen des Materials deutlich verbessert. Wie oben bereits erwähnt hat eine höhere Temperatur jedoch auch Einfluss auf die Verarbeitungszeit. Grundsätzlich solltest du im Hinterkopf behalten, dass die Verarbeitungs- und Aushärtungszeit sich halbiert, wenn die Temperatur der Mischung um 10 ° C. erhöht wird.

Tipp: Nicht nur die Temperatur des Kunstharzes, sondern auch die der Oberfläche, auf die die Mischung gegossen werden soll, muss beachtet werden. Ist diese deutlich niedriger als die des auf den Punkt temperierten Harzes kann die Aushärtung negativ beeinflusst werden. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollten nach Möglichkeit konstant sein, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

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Tipp #5: Sorgfältiges Vermischen der Komponenten

Das gründliche Mischen der beiden Komponenten Harz und Härter ist das A und O um später ein ansprechendes, brauchbares Ergebnis zu erhalten. Arbeitest du hier nicht sorgfältig genug besteht die Gefahr, dass vereinzelt unvollständig ausgehärtete, klebrige Stellen im Harz entstehen oder die Härtegrade innerhalb eines Werkstückes unterschiedlich ausfallen.

Beachte beim Mischen der Komponenten, dass häufig sehr viel Material am Rand des Mischungsbehälters haften bleibt. Da das Mischungsverhältnis hierdurch gegebenenfalls beeinträchtigt wird solltest du nicht zu kleine Mengen Harz und Härter vermischen, um ausreichend Material zur Verfügung zu haben.

 

 

Tipp #6: Das richtige Werkzeug zum Mischen der Komponenten

Das optimale Werkzeug zum Mischen von Harz und Härter muss an den Seiten gerade sein. So gelingt es dir, auch das Material, das am Boden und an den Seiten des Mischbehälters haftet, gründlich durchzumischen. Für kleine Mengen Epoxidharz hat sich ein flacher Spatel bewährt.

Dieser funktioniert ähnlich einem Rührstab. Für sehr kleine Mengen kannst du hier zu einem günstigen Holzspatel greifen. Spezielle Epoxidharz-Mischstäbe haben den Vorteil, dass sie mehrfach verwendet werden können. Außerdem sollen sie das Einrühren von zu viel Luft verhindern. Allerdings sind diese Mischstäbe erst für das Mischen von mittleren Mengen Harz erhältlich.

Tipp: Möchtest du eine große Menge Epoxidharz anmischen, dann solltest du hierfür einen Eimer mit Ausgussöffnung verwenden. In diesem können die beiden Komponenten ganz einfach mit einer Bohrmaschine mit aufgesetztem Rührwerk vermengt werden.

 

 

Tipp #7: Ausschliesslich hochwertige Epoxidharze verwenden

Bei der Anschaffung von Epoxidharz lohnt es sich in jedem Fall in ein hochwertiges Produkt zu investieren. Auch wenn die Versuchung, auf ein Billig-Produkt zurückzugreifen, oft sehr hoch ist: Im Nachhinein würdest du diesen Kauf bereuen, da billige Produkte häufig bereits vor der Verarbeitung gelblich verfärbt sind oder nicht aushärten. Beim Kauf von Epoxidharz gilt also der Grundsatz: Wer billig kauft, kauft zweimal.

 

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Tipp #8: Verwende ausschliesslich aufeinander abgestimmte Harze

Harz und Härter eines Herstellers sind in der Regel optimal aufeinander abgestimmt. Beim Mischen unterschiedlicher Produkte – sowohl von einem und als auch von verschiedenen Herstellern – kann es zu unerwarteten chemischen Reaktionen wie z.B. einer extremen Hitzeentwicklung kommen. Daher solltest du für die Arbeit mit Kunstharz ausschließlich die füreinander bestimmten Produkte eines Herstellers bzw. Marke benutzen.

 

 

Tipp #9: Nur kompatible Farben verwenden

Nicht alle Färbemittel vertragen sich mit Epoxidharz bzw Resin. Beim Epoxidharz einfärben ist es deshalb extrem wichtig, nur passende Farbpasten, Färbemittel und Farbpigmente zu verwenden. Ausführliche Informatioenen dazu findest du in unserem extra Artikel Epoxidharz Farbe.

 

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Tipp #10: Empfohlenes Mischungsverhältnis beachten

Änderst du das Verhältnis von Harz zu Härter eigenmächtig ab, dann kannst du nicht mit einem optimalen Ergebnis rechnen. Fügst du der Mischung mehr Härter hinzu, als der Hersteller empfohlen hat, dann ist das Material nach dem Aushärten häufig weniger hart und robust. Gibst du hingegeben zu viel Harz hinzu kann es passieren, dass die Oberfläche klebrig bleibt oder das Material überhaupt nicht aushärtet.

 

 

Tipp #11: Gib niemals Wasser zum Epoxidharz

Solange das Harz noch flüssig ist sollte es nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen. Dies könnte die Qualität des fertigen Produktes schon bei kleinsten Mengen negativ beeinflussen. Daher muss vor dem Mischen sichergestellt sein, dass sowohl der Mischbehälter als auch die verwendeten Rührgeräte absolut sauber und trocken sind.

 

 

Tipp #12: Benutze ausreichend große Behälter zum Mischen

Durch chemische Reaktionen entsteht beim Mischen von Epoxidharz Hitze. Man nennt dies eine exotherme Reaktion. Wie groß diese ausfällt hängt vom Harz, der angemischten Menge und nicht zuletzt von der Höhe des Mischbehälters ab. Daher gibt es einige Dinge zu beachten.

  • Es gibt ein Limit für die angemischte Menge von Harz und Härter. Dieses sollte nicht überschritten werden. Mische im Zweifel lieber zweimal eine kleinere statt einmal eine sehr große Menge Harz an oder erkundige dich beim Hersteller, wie viel Harz du ohne Probleme auf einmal anmischen kannst.
  • Die Wärmebildung beim Mischen reduziert sich deutlich, wenn du einen ausreichend großen Mischbehälter für diesen Vorgang wählst. Dieser sollte eher breit als hoch sein.
  • Niedrigreaktive Gießharze bilden beim Mischen weniger Wärme. Wenn du große Mengen Harz anmischen willst solltest du diese also für dein Vorhaben bevorzugen.

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Unser Fazit zum Epoxidharz mischen

Epoxidharz zu mischen ist deutlich mehr als nur zwei Komponenten zu vermengen. Es müssen einige Faktoren wie die Umgebungstemperatur, die Luftfeuchtigkeit oder die Wahl der richtigen Produkte beachtet werden. Da Epoxidharz relativ teuer ist sollte das Material nicht durch leichtfertiges Handeln bei der Verarbeitung unnötig verschwendet werden. Und nicht zuletzt bringt das Beherzigen unserer aufgezählten Punkte dich auch ein großes Stück näher an ein perfektes Ergebnis.

 

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