Im Acrylic Pouring gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die fliessfähige Farbe auf den Malgrund aufgebracht wird. Die folgende Fluid Painting Anleitung soll dir einen Überblick der verschiedenen Pouring Techniken geben und erklären wie diese ausgeführt werden.

 

 

 

Puddle Pour

Beim Puddle Pour wird jede Farbe einzeln, nacheinander auf die Leinwand Bild gegossen. Eine Farbe wird als Basis genommen, in welche alle anderen Farben nacheinander gegossen werden.

  1. Jede Farbe wird einzeln, zusammen mit dem Pouring Medium (z.B Liquitex) und Wasser vermischt. Verhältnis ca. 1:1:<1. Für eine bessere Zellbildung kann pro Farbe zwei bis drei Tropfen Silikonöl beigeben werden
  2. Die einzelnen Farben werden nacheinander auf die Mitte des Malgrundes gegossen
  3. Der Malgrund wird so hin- und her bewegt, bis sich die Farbe über den Malgrund verteilt hat und das Ergebnis den Vorstellungen entspricht

 

 

Dirty Pour

Dies ist eine Pouring Technik, bei der alle Farben in denselben Becher oder Behälter gegeben wird und dann auf den Malgrund gegossen wird.

  1. Jede Farbe wird einzeln, zusammen mit dem Pouring Medium (z.B Liquitex) und Wasser vermischt. Verhältnis ca. 1:1:<1. Für eine bessere Zellbildung kann pro Farbe zwei bis drei Tropfen Silikonöl beigeben werden
  2. Anschliessend werden die Farbmischungen in einem Behälter übereinander geschichtet
  3. Eventuell ganz wenig verrühren
  4. Dann wird der Inhalt des Behälters vorsichtig über den Malgrund gegossen
  5. Der Malgrund wird so hin- und her bewegt, bis sich die Farbe über den Malgrund verteilt hat und das Ergebnis den Vorstellungen entspricht

 

 

Flip Cup

Acrylic Pouring Flip Cup

Die Flip Cup Technik ist Identisch mit dem Dirty Pouring, der Behälter mit den Farben wird jedoch auf den Maluntergrund gestülpt und hochgehoben, wodurch sich die einzelnen Farbschichten mehr übereinander legen.

  1. Alle Farben werden sparat, zusammen mit dem Pouring Medium (z.B Liquitex) und Wasser vermischt. Verhältnis ca. 1:1:<1. Für eine bessere Zellbildung kann pro Farbe zwei bis drei Tropfen Silikonöl beigeben werden
  2. Dann werden die Farbmischungen in einem Behälter übereinander geschichtet
  3. Der Behälter wird anschliessend senkrecht auf den Maluntergrund gestülpt
  4. Der Behälter wird anschliessend vorsichtig angehoben
  5. Falls noch mehr Zellen erwünscht sind, kann kurz mit einem Bunsenbrenner oder Heissluftföhn über die Farbe geschwenkt werden
  6. Der Malgrund wird so hin- und her bewegt, bis sich die Farbe über den Malgrund verteilt hat und das Ergebnis den Vorstellungen entspricht

 

 

Bottle Bottom Puddle Pour / Flower Pour

Bei der Pouring Technik Bottle Bottom Pour wird die Farbe über einen geeigneten, abgetrennten Boden einer PET-Flasche auf den Malgrund aufgebracht, wo durch die Erhebungen im Flaschenboden ein Muster entsteht, welches einer Blume / Blüte ähnelt. Das entstandene Muster kannst du am Schluss je nach Geschmack durch das Neigen der Leinwand noch weiter verändern.

  1. Jede Farbe wird zusammen mit dem Pouring Medium und Wasser in verschiedenen Bechern vermischt. Es muss kein Silikon zugegeben werden, da wir für diese Technik keine Zellen benötigen
  2. Falls das Blumenmuster nicht die gesamte Leinwand bedecken soll, kannst du vorgängig eine Hintergrundfarbe auf der Leinwand verteilen. Die Farbe fliesst dadurch auch besser auf der Leinwand
  3. Der Malgrund sollte unbedingt in Waage ausgerichtet sein, damit das aufgebrachte Muster nicht verläuft (am Besten vorab mit einer Wasserwaage prüfen)
  4. Nimm eine PET-Flasche und schneide den Boden mit einer Schere oder einem Cuttermesser ab
  5. Platziere den Flaschenboden auf die Leinwand und giesse nun kleine Mengen jeder Farbe nacheinander auf den Flaschenboden
  6. Die Farbe läuft nun über die Vertiefungen auf die Leinwand und generiert das Blütenmuster
  7. Wenn dir das Ergebnis gefällt, entferne den Flaschenboden vorsichtig
  8. Giesse nun einige verschiedene Farben kreisförmig in der Mitte ineinander, damit auch dieser Bereich mit Farbe bedeckt ist
  9. Mit einem feinen Künstlerpinsel kannst du noch Akzente setzen, indem du von aussen nach innen fährst oder von der Mitte der Blüte nach aussen
  10. Falls gewünscht, kann das blütenartige Muster durch Neigen der Leinwand verfremdet bzw. abstrakter gestaltet werden
  11. Du kannst natürlich auch mehrere Bottle Bottom Pours auf dieselbe Leinwand aufbringen

 

Wir haben für diese spannende Fluid Painting Technik eine detaillierte Anleitung erstellt, welche du im Blogbeitrag «Pouring Technik erklärt: Bottle Botom Pour» nachlesen kannst.

 

 

 

Tree Ring / Swirl

Fluid Painting Anleitung

Bei der Swirl Pouring Technik wird die Farbe vorsichtig mit kreisenden Bewegungen auf die Leinwand aufgebracht, wodurch ein Muster entsteht, welches den Jahrringen eines Baumes ähnelt.

  1. Jede Farbe wird einzeln, zusammen mit dem Pouring Medium (z.B Liquitex) und Wasser vermischt. Verhältnis ca. 1:1:<1
  2. Anschliessend werden diese in einem Behälter übereinander geschichtet
  3. Der Inhalt des Behälter wird nun ganz langsam auf den Maluntergrund gegossen, dabei muss eine ganz kleine Kreisbewegung vollzogen werden, um die Optik von Jahrringen im Holz zu erzielen
  4. Der Malgrund wird dann so hin- und her geneigt, bis sich der «Tree Ring» über den Malgrund verteilt hat und das Ergebnis den Vorstellungen entspricht

 

Wir haben für diese Fluid Painting Technik eine detaillierte Anleitung erstellt, welche du im Blogbeitrag «Acrylic Pouring Technik erklärt – Swipe / Tree Ring Pour» nachlesen kannst.

 

 

 

Wing Pour

Der Wing Pour ist eine abgewandelte Form des Swirl Pours mit dem Ziel, zwei gespiegelte Flügel als Ergebnis zu bekommen. Es handelt sich dabei um eine relativ neue Technik, welche einiges an Erfahrung und Geschick voraussetzt:

  1. Jede Farbe wird einzeln, zusammen mit dem Pouring Medium (z.B Liquitex Pouring Medium) und Wasser vermischt. Verhältnis ca. 1:1:<1
  2. Zuerst wird die Farbe, welche zwischen den Flügeln erscheinen soll als erstes in den Becher eingefüllt
  3. Die zweite Farbe kannst du vorsichtig auf einer Seite des Bechers aufbringen. Diese Farbe erscheint auf der Innenseite der Flügel
  4. als Kontrast kannst du in die zweite Farbe nochmals etwas von der ersten Farbe auftragen
  5. Anschliessend kommt der wichtigste Schritt: Giesse eine kontrastreiche Farbe in einem Kreis auf die bereits eingefüllten Farben, aber so dass die Farbe nur am Rand des Bechers ist
  6. Falls gewünscht kannst du nochmals eine weitere Farbe analog Schritt 3 auftragen, welche an der Aussenseite der Flügel zu sehen sein wird
  7. Falls du eine  zusätzliche Farbe aufgebracht hast, gib nochmals etwas von der ersten Farbe dazu
  8. Hebe die Leinwand auf deiner Seite etwas an und giesse die Farbe im mittleren Viertel in einem feinen, konstanten Strom auf den Bildträger. Das Anheben der Leinwand bewirkt, dass die Farbe von dir wegläuft und sich dabei eine langgezogene Flügelform bildet. Dies erfordert sehr viel Übung und Gefühl
  9. Wenn du die zuerst eingefüllte Farbe am Ausgiessen bist, fahre mit dem Becher in deine Richtung bis ganz zur Leinwand-Kante, um die zwei Flügel optisch zu trennen, falls du dies wünschst

 

Nun solltest du mit etwas Glück deinen ersten Wing Pour durchgeführt haben. Da es sich um eine anspruchsvolle Technik handelt, wirst du wahrscheinlich einige Anläufe benötigen, bis du zufrieden damit sein wirst.

 

 

Swipe

Fluid Painting Swipe

Die Fluid Painting Technik Swipe (auch Wischtechnik genannt) kann alleine oder zusammen mit anderen Pouring Techniken angewendet werden. Die Swipe Technik dient dazu, die Zellen schön sichtbar zu machen oder fliessende Muster zu erzielen. Dazu wird mit einem Spachtel oder einem feuchten Tuch über die aufgetragene Farbe gewischt.

  1. Fürs Wischen über die Farben, benötigst du entsprechende Hilfsmittel. Dies können zum Beispiel Malmesser oder Spachtel, aber auch ein angefeuchtetes Papiertuch sein
  2. Die Farben (Silikon nicht vergessen!) werden entweder alle zusammen mit einem Puddle Pour oder Flip Cup auf die Leinwand aufgebracht
  3. Zusätzlich wird eine gemischte Farbe ohne Silikon daneben aufgebracht
  4. Mit einem passenden Werkzeug wird anschliessend die einzelne Farbe über die restlichen Farben darüber gezogen, nun entstehen an diesen Stellen die Zellen

 

 

AirSwipe

acrylic pouring technik airswipe

Bei der Fluid Painting Technik AirSwipe wird im Unterschied zur üblichen Swipe-Technik die Farbe nicht mit einem Spachtel, Spatel oder Küchenkrepp verteilt, sondern mit Hilfe von Luft, zum Beispiel mit einem Föhn. Hierbei entstehen die interessanten, wildesten und spektakulärsten Muster, welche im Übergang zur Negativ-Farbe an Rauch erinnert.

  1. Die Farben werden in einem separaten Becher geschichtet. Anschliessend wird wie üblich beim FlipCup die Leinwand samt Becher gestürzt.
  2. Der Becher wird vorerst so stehen gelassen, damit sich die Farben schonmal schön setzen können.
  3. Nun wird die Negativ-Farbe um den Becher herum geschüttet und wenn nötig mit einem Malmesser gleichmässig über die Leinwand verteilt, auch auf den Seiten.
  4. Dann wird der Flip-Cup in kurzen Bewegungen immer wieder kurz angehoben und wieder gesenkt und so die Farbe im gewünschten Muster vorsichtig über die Leinwand verteilt bis der Becher allmählich leer ist.
  5. Je nach Geschmack kann die Farbe mittels Bewegen und Neigen der Leinwand in die gewünschten Richtungen platziert werden.
  6. Zum Schluss werden die Farben mit Hilfe eines Föhns vorsichtig von innen nach aussen in die Negativ-Farbe verteilt. Am besten funktioniert der Einsatz eines Kaltluftföhns oder eines Haartrockners mit Kaltluft-Funktion mit einem Flachaufsatz

 

Wir haben auch für diese Fluid Painting Technik eine detaillierte Anleitung, welche du im Blogbeitrag «Fluid Painting Anleitung: AirSwipe» nachlesen kannst.

 

 

 

 

String

Hierbei handelt es sich nicht um eine Pouring Technik im eigentlichen Sinne. Die Stringtechnik wird aber dennoch gerne genutzt um Fluid Paintings zu kreieren.

  1. Jede Farbe wird einzeln, zusammen mit dem Pouring Medium (z.B Liquitex) und Wasser vermischt. Verhältnis ca. 1:1:<1
  2. Vor der Schichtung der Farben legst du mehrere, ca. 20 bis 30cm lange Stücke Sisal-Kordel locker zusammengerollt in den leeren Behälter, damit sie möglichst viel der Farbmischung aufsaugen können
  3. Dann werden die Farbmischungen wie gewohnt im Behälter übereinander geschichtet
  4. Als Alternative kannst du die Farben auch in einzelnen Bechern anrühren und sie voneinander getrennt mit einem Holzspatel auf den Faden auftragen. Dadurch lässt sich später einfacher handeln, welche Farben an welcher Stelle auf dem Bild platziert sein sollen, allerdings ist es so schwieriger, grossflächige Farbverläufe zu kreiieren
  5. Auf die Leinwand wird nun eine grosse Menge einer kontrastreichen Farbe verteilt
  6. Dann werden die mit Farbe vollgesaugten Fäden so auf dem Bild drapiert, dass sie sich hin und her schlängeln
  7. Zum Schluss kannst du die Fäden nacheinander nach aussen über die Leinwnd ziehen. Durch die Windungen der Kordeln entstehen interessante Muster, welche sich während des Vorgangs des Wegziehens je nach Geschmack beeinflussen lassen.

 

 

Fluid Painting Anleitung: Kombination der Techniken

Wir hoffen, dass du mit der vorliegenden Fluid Painting Anleitung gute Ergebnisse erzielen konntest. Jeder der hier vorgestellten Pouring Technik lässt sich auch sehr gut untereinander kombinieren, um noch bessere und interessantere Ergebnisse zu erzielen. Sei mutig und probiere es aus – jedes Bild wird garantiert ein Unikat.

Für jede der in dieser Fluid Painting Anleitung aufgeführten Pouring Technik benötigst du andere Materialien. Diese haben wir dir in unserem Artikel «Acrylic Pouring Material – das brauchst du für deine Pourings» zusammengefasst.